Wir gründen einen waldorforientierten Naturkindergarten in Erfurt

Aktuell
Jeden Mittwoch und Freitag offener Garteneinsatz ab 15 Uhr.

„Die Berührung der Seele mit der Natur
macht den Verstand fruchtbar
und erzeugt Phantasie.“

Henry David Thoreau

Herzlich willkommen!

Als Elterninitiative gründen wir in Erfurt-Bischleben einen waldorforientierten Naturkindergarten. Ungefähr 20 Kindern im Alter von 2 Jahren bis zum Schuleintritt soll er Platz bieten. Betreut werden die Kinder werden zwischen 8:00 und 16:00 Uhr.

Am Rand von Bischleben, direkt an der Gera gelegen, haben wir zwei Gärten zur Verfügung. Dort werden wir unsere Idee eines Kindergartens umsetzen, in dem die Kinder naturnah und in liebevoller Atmosphäre aufwachsen. Sie können ihrem natürlichen Bewegungs- und Entdeckerdrang nachkommen und ihre Umwelt mit all ihren Sinnen wahrnehmen und erforschen. Jedes Kind hat die Möglichkeit, seine Anlagen und Begabungen entsprechend seines Entwicklungsstandes frei zu entfalten.

Den ganzen Tag halten wir uns im Freien auf – ohne Türen, ohne Wände und ohne Reizüberflutung. Jede Woche gibt es Wald und Gartentage. Unsere Kinder spielen, werken, toben, basteln, lauschen Geschichten, ruhen sich aus, malen und singen wie in anderen Kindergärten – nur tun sie das draußen, an der frischen Luft. Das fördert die Ausdauer der Kinder, ihre Motorik und die Körperwahrnehmung.

Zwei Gartenhäuschen dienen uns als Schutzräume. Dort können wir uns an kalten Tagen aufwärmen oder Schutz suchen, bei starkem Regen, Gewitter oder Sturm.

Im Garten bauen wir Obst, Gemüse und Kräuter an, es wird eine Feuerstelle geben und vielleicht auch einen Lehmbackofen. Am zwei Tagen in der Woche kochen wir selber unser Mittagessen über dem Feuer.
Die Kinder spielen, gärtnern und werkeln. Sie können sich verstecken, auf der Wiese oder in einer Hängematte liegen, Sandkuchen backen oder matschen. Sie beobachten Käfer, Vögel oder die Wolken, sie sehen, wie aus dicken Knospen rote Kirschen, Pflaumen oder Äpfel werden, wie aus den Samenkörner Pflanzen wachsen, wie die dunklen Wolken den Regen mitbringen und sie können entdecken, wie sich die Gera mit dem Wetter verändert.

An den „Waldtagen“ treffen wir uns morgens im Garten und starten von dort aus zu unserem Aufenthaltsort – wetterfest ausgerüstet und immer gut gelaunt mit Rucksack, Isomatte und Proviant. Dabei achten wir natürlich auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der Kinder. Manchmal werden die Großen alleine unterwegs sein und die Kleinen haben den Garten für sich… manchmal gehen wir alle zusammen, da lernen die Großen, Rücksicht zu nehmen, achtsam und unterstützend zu sein.

* * *

Spielmaterial gibt es in Hülle und Fülle: Äste, Blätter, Steine …das regt die Fantasie der Kinder an und ihre Kommunikationsfähigkeit. Sie werden eigenständig und selbstbewusst.
Im Garten haben wir zusätzlich auch Tücher und Seile, Bollerwagen und Schubkarren, Sandschaufeln und Töpfe. Auch wohnen Puppen in den Gartenhäuschen und freuen sich auf ein Spiel im Freien.

Unsere Kinder lernen viel im sozialen Austausch miteinander und voneinander.
Sie helfen sich gegenseitig und passen untereinander auch auf, dass unsere Regeln eingehalten werden, denn die Notwendigkeit dieser Regeln können sie nachvollziehen.

Der natürliche Wandel in den vier Jahreszeiten vermittelt den Kindern intensive Eindrücke. Sie sind in Kontakt zur Natur und lernen Sinnzusammenhänge eigenständig zu begreifen, statt sie aus den Medien zu konsumieren – das ist wahrhaftiges und ganzheitliches Lernen.
Unser Wochen- und Tagesrhythmus und die kleinen Rituale im täglichen Ablauf bilden einen verlässlichen Rahmen und geben den Kindern Sicherheit und Orientierung.

Für Kinder ist weder Nässe noch Kälte ein Problem – das ist beeindruckend, denn sie sind Entdecker und finden bei jedem Wetter etwas zum Spielen. Witterungsmäßig gekleidet und viel in Bewegung stärken sie ganz nebenbei auch ihr Immunsystem.

Konzeption

„Das Kind in Ehrfurcht empfangen,
in Liebe erziehen
und in Freiheit entlassen“

Rudolf Steiner

Die Grundlage unserer pädagogischen Arbeit ist die von Rudolf Steiner begründete Waldorfpädagogik. Das Zusammenwirken von Waldorf- und Naturpädagogik ist unsere Herzensangelegenheit, denn wir sind der Überzeugung, dass die im Waldorfkindergarten geförderten und gepflegten Basiskompetenzen der Kinder sich beim Spielen in der freien Natur am Besten und ganz selbstverständlich entwickeln können.
Mit unserer Arbeit möchten wir dem Schutz der Kindheit dienen, indem wir die altersgemäßen Lebens- und Entwicklungsbedingungen der Kinder achten und als Grundlage des pädagogischen Alltags ansehen. Dem Kind zu helfen, seine körperlichen und seelisch‐geistigen Fähigkeiten selbst zu entdecken und auszubilden, steht für uns im Vordergrund.
Wir wollen die Kinder auf ihrem Entwicklungsweg verantwortungsbewusst begleiten und ihnen liebevolle Vorbilder sein. Die pädagogische Arbeit im Kindergarten wird durch die persönliche Ausstrahlung der KindergärtnerInnen individuell geprägt.

Für neue Impulse und Anregungen sind wir immer offen.
Der Tagesablauf und das Geschehen in der Gruppe orientieren sich an den individuellen Bedürfnissen der Kinder.

Zum Lesen und Herunterladen:

Murmelbahn

Ernährung

„Erde die uns dies gebracht,
Sonne die es reif gemacht,
liebe Sonne liebe Erde,
euer nie vergessen werde“

Christian Morgenstern

Die Ernährung ist ein wichtiger Bestandteil in unserem ganzheitlichen Konzept.

Zum Frühstück bringen sich die Kinder ihr gesundes und möglichst abfallfreies Frühstück von zu Hause mit. Auf süße Getränke und Süßigkeiten wollen wir im Hinblick auf eine gesunde Ernährung verzichten.
An zwei Tagen in der Woche werden wir selber über den Feuer kochen. Für die anderen Tage, nutzen wir einen Essenanbieter der biologisch-vegetarische Vollwertkost anbietet. Die Vespermahlzeit bereiten wir im Kindergarten zu.

Wann immer das Wetter es zulässt, kochen und essen wir im Freien. Wir kochen im großen Kessel über dem Feuer oder nutzen den Herd in einer Hütte, wir backen Brote und leckere Kuchen. Im Laufe der Zeit soll in unserem Garten auch ein Lehmofen entstehen. Das Geerntete aus unserem Garten wandert in den Mund oder in den Topf.

Liebliche Obstblüten, die bei einem Windstoß vom Baum „schneien“; kleine Früchte, die man in den Tagen danach schon erkennen kann und die immer dicker und runder werden; die Freude darüber, wenn etwas, um das man sich lange gekümmert hat endlich reif geworden ist und man es ernten kann; die geheimnisvollen Kartoffeln und Möhren die unter der Erde wachsen und die man ausbuddeln muss, der Duft von Obst, Kräutern und Gemüse beim Schneiden, Kochen und Backen – all das bereichert die Sinneswelt unserer Kinder und lässt sie die Nahrung wertschätzen.

Wir sorgen für einen gemütlichen Frühstücksplatz im Freien und einen liebevoll gedeckten Tisch zu Mittag und zur Vesper. Mit einem Fingerspiel und einem kleinen Spruch beginnen wir zusammen unsere Mahlzeit, wir lassen es uns in Ruhe schmecken und Danken nach dem Essen.

 

Team

Zum neuen Kindergartenjahr 2020/21 wollen wir in unserem Naturkindergarten zwei FSJ-Stellen schaffen.
Bewerbungen bitte per Email an: kontakt@waldorfpaedagogik-erfurt.de

Kathrin ist Waldorf-Kindergärtnerin mit Leib und Seele
Unsere Gründungs­kindergärtnerin Kathrin Junge

Ich wünsche mir Kollegen, achtsam, respektvoll, offenherzig und ehrlich, die liebevoll und aufmerksam die Kinder begleiten, ihre Arbeit im Kindergarten als Berufung erleben, und die sich mit der Waldorf- und Naturpädagogik auseinandersetzen.